FSCA Aschaffenburg Mitgliederbereich

Half a mile of highway will take you just half a mile

Half a mile of runway will take you anyway

Ein Segelflugzeug hat keinen Motor und fliegt deshalb immer bergab. Wie ein Schlitten. Eigentlich.

Lässt Du ein Papierflugzeug in einem Lift fliegen, dann siehst Du auch, dass es bergab fliegt. Wenn der Aufzug aus Glas ist und schnell aufwärts fährt, wird ein Beobachter von außen aber feststellen, dass das Flugzeug an Höhe gewinnt. Das Papierflugzeug steigt in Wirklichkeit, denn die gesamte Luft, in der es fliegt, steigt mit dem Lift auf und nimmt das Flugzeug mit!

Genauso ist es mit einem Segelflugzeug: Wenn die Luft, in der es fliegt, schneller aufsteigt als das Segelflugzeug eigentlich in dieser Luft sinkt, dann gewinnt es an Höhe. Der Segelflugzeugpilot muss also Stellen suchen, an denen die Luft aufsteigt, so genannte Aufwinde; dort kreist er und gewinnt an Höhe.

Aufwinde - Fliegen

Thermik

Warme Luft ist dünner und leichter als kalte.
Ist ein „Paket“ warmer Luft von kälterer Luft umgeben, dann drückt die kalte Luft dieses Warmluftpaket in die Höhe. Es herrscht „Thermik“.
Fliegt der Segelflieger in diesem Warmluftpaket, dann steigt er zusammen mit diesem in die Höhe.

Solche Warmluftpakete entstehen zum Beispiel, wenn die Sonne trockene Flächen am Boden (z.B. ein Kornfeld, ein Dorf) erwärmen, die von feuchten Flächen (z.B. Wald, See, Wiese) umgeben sind. Die Luft über der warmen Fläche erwärmt sich, die Luft außenherum bleibt kühl.

Der erfahrene Segelflieger weiß, wo er solche Stellen finden kann. Dort kann ein richtiger Schlauch warmer aufsteigender Luft entstehen. Der Segelflieger nennt das einen „Bart“.
Oft wird ein Bart von einer Cumuluswolke gekrönt und ist dadurch leicht zu finden.

Bei tollem Segelflugwetter kann ein Segelflieger hunderte, ja tausend Kilometer weit von Bart zu Bart fliegen.
Bei Segelflugwettbewerben kämpfen die Segelflieger darum, die Bärte möglichst gut auszunutzen und die vorgeschriebene Wettbewerbsstrecke möglichst schnell abzufliegen. Besonders erfolgreich dabei ist Michael Sommer aus unserem Nachbarverein Möve Obernau – er war schon mehrfach Segelflug-Weltmeister! Glückwunsch!!!

Hangaufwind

Bläst ein Wind gegen einen ausgedehnten Hang, dann wird die Luft dort zum Aufsteigen gezwungen. Der Segelflieger kann sich von solchen Hangaufwinden nach oben tragen lassen.

Mit einem sehr leichten und langsam fliegenden Segelflugzeug konnte Ernst Jachtmann im Jahr 1943 dank eines beständig blasenden Windes an hohen Dünen an der Ostsee im Hangaufwind fast 56 (!!!) Stunden ununterbrochen fliegen. Ernst Jachtmann war der erste, der nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Großostheimer Flugplatz wieder geflogen ist (im Jahr 1952)!

Das Fliegen im Hangaufwind spielt vor allem in den Alpen eine Rolle. (Und bei Modellfliegern mit ferngesteuerten Segelflugzeugmodellen!)

Hangaufwind - Segelflug

Leewellen

Bläst ein starker Wind über einen ausgedehnten Gebirgszug, dann können hinter dem Gebirgszug (auf der „Lee-Seite“) Luftwellen entstehen, ähnlich den Wasserwellen in einem Bach hinter einem Hindernis im Bachbett. Dazu müssen aber die Windgeschwindigkeiten und Lufttemperaturen in den verschiedenen Höhen, die Höhe und Breite des Gebirges und viele weitere Einzelheiten gut zusammenpassen. Solche „Leewellen“ reichen in Höhen, welche die Höhe des Gebirges um ein Vielfaches übertreffen können!
In den aufsteigenden Bereichen der Leewelle können Segelflieger so in riesige Höhen steigen.
Scharf abgegrenzte, linsenförmige Wolken (Lenticularis) markieren die Wellen“berge“.

Leewellen - Segelflug

Die Haardt

Die Haardt, ein Bergzug etwa 90 km südwestlich von Aschaffenburg, bildet den östlichen Rand des Pfälzerwaldes. Wenn alle Bedingungen stimmen, bildet sich bei Westwind hinter der Haardt über dem angrenzenden Rheintal eine Leewelle. Obwohl die Haardt nur maximal 673 m überm Meeresspiegel hoch ist, wurden in der Haardt-Welle mit Segelflugzeugen schon Höhen von 7 km erreicht!

Ein Bericht von Florian Moos
Ein Bericht: Flug in der Haardt-Welle
Rolliflieger im Höhenrausch
Haardt - Segelflug - Leewellen

In Leewellen in den Alpen werden regelmäßig Höhen von über 10 km erreicht, und der Höhenweltrekord für Segelflugzeuge wurde im September 2018 in Argentinien in den Leewellen hinter den Anden auf 24 km hochgeschraubt! Das ist doppelt so hoch, wie Verkehrsflugzeuge fliegen! Für solche Höhen benötigt man allerdings ein spezielles Segelflugzeug mit Druckkabine.

Die Leewellen in den Anden, die sich in Nord-Süd-Richtung über tausende Kilometer ausbreiten, ermöglichten Klaus Ohlmann den Weltrekord im Streckenflug: Über 3000 km weit flog er in Argentinien mit einem Segelflugzeug. Übrigens, Klaus Ohlmann hatte früher eine Zahnarztpraxis in Stockstadt/Main.


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